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Hintergrund

Aufgrund des Jahressteuergesetzes 2020, können seit dem 1.1.2021 Verluste aus Termingeschäften, insbesondere aus Optionen, Swaps, Forwards, Differenzkontrakten (CFDs), Futures und aus Stillhalterpositionen, nur noch mit Gewinnen aus solchen Termingeschäften und nur noch bis zu 20.000 € je Jahr verrechnet werden (siehe § 20 Abs. 6 Satz 5 EstG n.F.).

Nicht verrechnete Verluste können auf Folgejahre vorgetragen werden und jeweils in Höhe von 20.000 € mit Gewinnen aus Termingeschäften oder mit Einkünften aus Stillhalterprämien verrechnet werden. Eine Verrechnung mit sonstigen Einkünften aus Kapitalvermögen, z.B. Zinsen, Dividenden, Kursgewinnen aus Aktien, Fondsanteilen oder sonstigen Wertpapieren kommt dagegen nicht mehr in Frage.

Ob diese neue Verlustverrechnungsbeschränkung vor den Finanzgerichten und dem Bundesverfassungsgericht letztlich Bestand haben wird, ist verfassungsrechtlich zweifelhaft.

Für weitere Informationen sprechen Sie uns an unter: info@cfdverband.de

Was können Sie tun?

Da die Verlustverrechnungsbeschränkungen sich bis heute in Diskussion befinden, sollten Anleger bei etwaigen Verlusten im inländischen Depot die Verrechnung mit ihrer Bank abstimmen und spätestens bei Abgabe der Steuererklärung für 2021 die erfolgte Verlustnutzung prüfen. Falls Verluste aufgrund einer zweifelhaften Verlustverrechnungsbeschränkung bei der Ermittlung der Kapitalertragsteuer durch das Kreditinstitut nicht verrechnet wurden, empfiehlt sich die Abgabe einer Anlage KAP mit gegenüber der Jahressteuerbescheinigung selbst korrigierten Beträgen unter Offenlegung dieser Vorgehensweise gegenüber dem Finanzamt. Bei Verlusten im ausländischen Depot sollten die Verluste in der abzugebenden Steuererklärung unter Offenlegung gegenüber dem Finanzamt zunächst verrechnet werden.

In beiden Fällen ist zu erwarten, dass das Finanzamt des Anlegers einen abweichenden Bescheid unter Beschränkung der Verlustverrechnung auf 20.000 EUR erlässt. Gegen diesen sollte unbedingt unter Verweis auf die verfassungsrechtlichen Bedenken innerhalb der Einspruchsfrist ordnungsgemäß Einspruch eingelegt und ggf. ein Ruhen des Verfahrens angeregt werden.

Einspruch & Musterklage

Sinnvoll ist es, wenn in einer Gruppe von Anlegern mit ähnlichen Finanzinstrumenten ein Anleger ein Musterverfahren zu Klärung der verfassungsrechtlichen Fragen durchführt.

Grundsätzlich würde sich ein solches Musterverfahren vom lokal zuständigen Finanzgericht als Ausgangsgericht über den Bundesfinanzhof München als Revisionsgericht hin zum Bundesverfassungsgericht erstrechen, wobei möglicherweise je nach Verfahrensentwicklung nicht jedes der nachfolgenden Stadien tatsächlich erreicht wird, z.B. Aussetzungen auf Grund anderer, weiter fortgeschrittener Verfahren.

Ein solches Musterverfahren bedarf professioneller Betreuung durch eine spezialisierte Steuerberatungseinheit. Die Kosten richten sich grundsätzlich nach Zeitaufwand und den Gerichtskosten und wären im Falle des schlussendlichen Obsiegens teilweise oder ganz von der Finanzverwaltung zu tragen.

Der CFD Verband hat miteiner renommierten Steuerberatungsgesellschaft einen verlässlichen Experten für die Begleitung eines Musterverfahrens gefunden. Sie können den Verband kontaktieren, wenn Sie von der steuerlichen Neuregelung negativ betroffen sind und am Musterverfahren teilnehmen möchten.

Sprechen Sie uns an unter: info@cfdverband.de