Stellungnahmen

Die nachfolgende Pressemeldung des CFD-Verbands bezüglich derAllgemeinverfügung der BaFin vom 08.05.2017 wurde am 09.05.2017 veröffentlicht. Die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht hat entschieden, dass CFDs mit einer Nachschusspflicht nicht mehr an Privatkunden angeboten werden dürfen. (Link zur Pressemitteilung: https://www.pressebox.de/inaktiv/contracts-for-difference-verband-ev/CFD-Verband-sieht-BaFin-Verfuegung-zur-Staerkung-des-Anlegerschutzes-in-Deutschland-differenziert/boxid/851928)

CFD-Verband sieht BaFin-Verfügung zur Stärkung des Anlegerschutzes in Deutschland differenziert

Der CFD-Verband hat die Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 08.05.2017 zur Kenntnis genommen, wonach Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFDs) beschränkt und Kontrakte mit einer Nachschusspflicht Privatkunden nicht mehr angeboten werden dürfen.

Grundsätzlich unterstützt der Verband alle Maßnahmen, die dem Schutz von Privatanlegern dienen. Der Verband hält aber ein pauschales Verbot der Nachschusspflicht für wenig zielführend. Vielmehr sollte sich eine differenziertere Betrachtung der Beschränkung von Nachschusspflichten an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Erfahrenen Tradern sollte die Entscheidung über das Eingehen einer Nachschusspflicht selbst überlassen werden, während weniger erfahrene Kunden mittels entsprechender Risikobegrenzungsmodelle von einer Nachschusspflicht ausgenommen werden könnten. Viele der im Verband organisierten Mitgliedsunternehmen nehmen seit Längerem die dafür notwendige, differenzierte Betrachtung der Kundentypen vor und bieten entsprechende zusätzliche Produktkategorien sowie weitere Maßnahmen zur Risikobegrenzung an.

Eine Studie unter Mitgliedern des CFD-Verbandes belegt, dass diese Maßnahmen bereits Früchte tragen. Während Statistiken aus Frankreich und Irland von Verlusten von bis 90% berichten, liegt die entsprechende Quote in Deutschland bei knapp 60%.

Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Privatanlegern sind allerdings auch nach Auffassung des CFD-Verbandes bei grenzüberschreitenden Produktangeboten notwendig, da viele ausländische Anbieter von internationalen Aufsichtsbehörden mit niedrigeren regulatorischen Standards überwacht werden, aber weder über eine BaFin-Lizenz verfügen noch einer Regulierung durch die BaFin unterliegen . Der CFD-Verband ist der Überzeugung, dass der Großteil von irreführenden Werbeversprechungen von diesen Anbietern abgegeben wird. Schwerpunkte der Verbraucherschutzarbeit sollten daher auf Marktzugangskriterien sowie auf die Themen Marketing und Vertrieb von CFD-Produkten in Deutschland gelegt werden.

In Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung seiner Mitglieder hat der CFD-Verband einen Transparenz- und Fairness-Kodex entwickelt, der allgemeingültige Qualitätsstandards enthält. Dieser Kodex wird fortlaufend weiterentwickelt, um sämtlichen Belangen des Anlegerschutz Rechnung zu tragen.

Die nachfolgende Stellungnahme des CFD-Verbands bezüglich der Anhörung zm Entwurf einer Allgemeinverfügung gemäß § 4b Abs. 1 WpHG bezüglich sogenannter „CFDs“, GZ: VBS 7-Wp 5427-2016/0017 wurde am 20.01.2017 an die BaFin versandt.

Der CFD-Verband hat den Entwurf einer Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 8.12.2016 zur Kenntnis genommen. Der Verband unterstützt Maßnahmen zum Schutz von Privatanlegern. Der Fokus der Anstrengungen sollte aus Sicht des CFD-Verbands auf einer besseren Kontrolle derjenigen Anbieter liegen, die weder über eine BaFin-Lizenz verfügen, noch von der BaFin reguliert werden, bislang jedoch im deutschen Markt CFD-Produkte vertreiben durften.

Der CFD-Verband empfiehlt zudem eine differenziertere Betrachtung der Beschränkung von Nachschusspflichten. Die BaFin schlägt vor, dass Kontrakte mit einer Nachschusspflicht Privatkunden nicht mehr angeboten werden dürfen. Der CFD-Verband indes empfiehlt, dass erfahrenen Tradern die Entscheidung über das Eingehen einer Nachschusspflicht nach wie vor selbst überlassen werden sollte, während weniger erfahrene Kunden mittels entsprechender Risikobegrenzungsmodelle von einer Nachschusspflicht ausgenommen werden könnten.

Maßnahmen gegen unregulierte und illegale Anbieter

Der CFD-Verband befürwortet eine strengere Regulierung derjenigen CFD-Anbieter, die von internationalen Aufsichtsbehörden mit niedrigen regulatorischen Standards beziehungsweise nicht von der BaFin reguliert werden, aber am deutschen Markt tätig sind. Der CFD-Verband ist der Überzeugung, dass diese Anbieter irreführende Werbeversprechungen abgeben. Die in einer Veröffentlichung der European Securities and Markets Authority (ESMA) vom 25.7.2016 genannten Fälle irreführender Werbung beziehen sich, soweit ersichtlich, mehrheitlich gegen unregulierte oder illegale Broker beziehungsweise gegen Anbieter außerhalb Deutschlands. Schwerpunkte der Verbraucherschutzarbeit sollten daher auf Marktzugangskriterien sowie auf die Themen Marketing und Vertrieb von CFD-Produkten in Deutschland gelegt werden.

Empfehlungen für Qualitätsstandards hat der CFD-Verband in einem Transparenz-Kodex dokumentiert. Der CFD-Verband plant, eng mit der BaFin zusammenzuarbeiten und den CFD-Kodex zum Schutz von Privatanlegern kontinuierlich weiterzuentwickeln beziehungsweise an aktuelle Herausforderungen anzupassen.

Differenzierte Behandlung von Nachschusspflichten

Der Entwurf der Allgemeinverfügung der BaFin sieht eine Beschränkung von Nachschusspflichten für Privatkunden vor. Eine Nachschusspflicht entsteht, wenn Verluste eines Traders das auf dem Konto für den CFD-Handel bereitgehaltene Guthaben übersteigen. Aus Sicht des CFD-Verbands sind die Voraussetzungen für den Erlass eines Produktverbotes dieser Kontrakte nicht gegeben. CFDs richten sich an risikobewusste Trader, die Erfahrung mit Wertpapieren mitbringen. Diese Trader, welche ein klares Verständnis davon haben, wie solche Produkte funktionieren, wollen und sollten selbst entscheiden dürfen, mit welcher Risikoneigung sie ihr Geld einsetzen.

Der CFD-Verband empfiehlt daher eine differenzierte Betrachtung der Kundentypen: Neukunden und weniger erfahrenen Kunden sollte eine zusätzliche Produktkategorie angeboten werden, die den Handel von CFDs ohne Nachschusspflicht ermöglicht. Viele der im CFD-Verband organisierten Mitgliedsunternehmen bieten solche Maßnahmen zur Risikobegrenzung bereits an.

Ergänzend begrüßt der CFD-Verband eine erweiterte, gemeinsam mit der BaFin erarbeitete, Risikoaufklärung.

Vollständige Stellungnahme

Die BaFin hat allen Marktteilnehmern die Gelegenheit gegeben, zum Entwurf ihrer Allgemeinverfügung Stellung zu nehmen. Die Stellungnahme des CFD-Verbandes finden Sie hier.

Stellungnahme CFD Verband zur BaFin Anhörung zu CFDs vom 20.01.2017

Die nachfolgende Stellungnahme des CFD-Verbands bezüglich der ESMA-Veröffentlichung vom 25.07.2016 wurde am 28.07.2016 publiziert. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat vor den Risiken von spekulativen Produkten wie CFDs für Retail-Investoren gewarnt. (Link zur Pressemitteilung: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-issues-warning-sale-speculative-products-retail-investors)

Der CFD-Verband vertritt die Anliegen von 14 der führenden CFD-Anbieter und der CFD- Privatkunden in Deutschland. Dabei tritt der Verband als Kompetenzzentrum auf, möchte die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Marktsegment verbessern und einen noch größeren Fokus auf die Chancen und Risiken des Einsatzes von CFDs, insbesondere bei Privatkunden, legen. Der CFD-Verband vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitglieder gegenüber Gesetzgebung, Regierung und öffentlichen Stellen.

Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus haben die Mitglieder des CFD-Verbandes sich auf einen CFD-Kodex verpflichtet, der besonderen Wert auf Transparenz, Fairness und Anlegerschutz legt. Darüber hinaus stellen die Verbandsmitglieder hohe Anforderungen an ihre CFD-Kunden. In jedem Einzelfall wird geprüft, ob die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen für CFD-Geschäfte vorliegen und ob die Geschäfte geeignet sind. Zusätzlich bieten die Mitglieder des Verbandes neben ausführlichen Risikohinweisen auch Ausbildungs- und Informationsmaterialien an.

Deshalb ist der CFD-Verband absolut davon überzeugt, dass die deutschen CFD-Kunden ausreichend aufgeklärt sind. Dies belegt auch die CFD-Marktstudie 2015, die von der Steinbeis Hochschule durchgeführt wurde: lediglich 9% der CFD-Investoren geben an, nur einen Teil der Risiken im CFD-Handel zu kennen und über 80% der CFD-Kunden befassen sich täglich mit ihrer Geldanlage in CFDs.

Die von der ESMA aufgeworfenen Kritikpunkte betreffen Anbieter, die sich in einer unregulierten Grauzone bewegen oder außerhalb Deutschlands, zumeist in Zypern, beheimatet sind. Vor diesem Hintergrund koordiniert die ESMA in Zusammenarbeit mit der zypriotischen Finanzaufsichtsbehörde seit Mitte 2015 Aktionen gegen diese Broker. Ein Beleg für die Notwendigkeit der Aktionen ist der Ombudsmann-Report 2015 der französischen AMF, in dem über 90% der Reklamationen in Bezug auf FX und Binäre Optionen auf illegale oder zypriotische Broker zurückzuführen sind. Keiner dieser Broker ist Mitglied im deutschen CFD-Verband.

Der CFD-Verband unterstützt grundsätzlich die Warnung der ESMA vor diesen Brokern, die unzureichend über Risiko-Rendite-Profile von CFDs aufklären oder gar bewußt falsch informieren oder falsche Werbeversprechungen abgeben; Anleger sollten diese Broker meiden. Die ESMA Warnung kann nach Auffassung des CFD-Verbandes allerdings nicht verallgemeinernd auf die Mitglieder des deutschen CFD-Verbandes übertragen werden.

Diese Stellungnahme des CFD-Verbands an die ESMA wurde am 29.01.2016 veröffentlicht.

Der CFD Verband hat seine erste Stellungnahme am 29.01.2016 an die ESMA – European Securities and Markets Authority – gesendet. Im Vorfeld wurde ein Arbeitskreis ESMA gebildet bei dem die folgenden Mitglieder involviert waren:
Dr. Carsten Rössner VITRADE, Samed Yilmaz FXFLAT, Fabian John AYONDO, Fabian Lippert COMDIRECT, Maik Thielen SBROKER, Matthias Schmidt BIW BANK, Andre Röhrle LUTHER, Marijana Pusic und Julia Schmitt CMCMARKETS, Andreas Kiefer im Auftrag der CONSORSBANK, Ingo Wegerich LUTHER, Markus Kegler COMMERZBANK, Rafael Neustadt FXFLAT.

Die ESMA hatte 28 Fragen in ein „Joint Consultation Paper – PRIIPS Key Information Documents“ gefasst, zudem der CFD Verband ein Antwortenpapier erstellt hat. Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag in der Erstellung von KIDs (Key-Information-Document) der CFD Emittenten. Ein KID soll strukturierte Produkte in ihre Einzelrisiken- und kosten aufsplitten, zur weiteren Transparenz für Privatkunden.

Die Pflicht zur Aushändigung eines Produktinformationsblattes PRIIP ist zum 31.12.2016 vorgesehen. Dies gilt für Produkthersteller – in diesem Fall CFD Emittenten – und auch Vermittler. Im Vermittlungsgeschäft wären dann die Informationsblätter der jeweiligen Marketmaker zu beschaffen.

Anwendungsbereich gemäß ESMA gilt für: Derivative Finanzinstrumente aller Arten (CFD, Binäre Optionen, Optionsscheine/Zertifikate, Optionen, Futures oder Swaps. Die Pflicht besteht gegenüber allen nicht-professionellen Kunden=“Kleinanleger“.

Das gesamte Dokument können Sie hier einsehen.